Fegen
Jagdbegriffe
Fegen ist ein Vorgang, bei dem Wild, insbesondere Rehböcke und andere Hirscharten, den Bast vom ausgebildeten Geweih entfernt, indem es das Geweih an Bäumen und Sträuchern reibt oder schlägt. Dieser Prozess findet in der Phase statt, in der das Geweih seine Entwicklung abgeschlossen hat und noch von weichem, gut durchblutetem Bast umhüllt ist. Durch das Fegen wird dieser Bast abgestreift. Für das Wild hat dieser Vorgang nicht nur eine praktische Bedeutung, sondern auch eine verhaltensbiologische, da das Tier sein Geweih pflegt und zugleich sein Revier markiert.
Darüber hinaus kann das Fegen zu Schäden an der Rinde und am Bast der Bäume und Sträucher führen, an denen sich das Wild reibt. Diese sogenannten Fegeschäden stellen in Waldgebieten mit hohem Wildbestand ein häufiges Problem dar. Besonders im Winter und im zeitigen Frühjahr, wenn das Nahrungsangebot eingeschränkt ist, kommt es oft zu wiederholten Schäden an denselben Gehölzen, was langfristig zu Wachstumsbeeinträchtigungen oder sogar zum Absterben der betroffenen Bäume führen kann. Dieses Phänomen tritt verstärkt in Regionen mit hoher Wilddichte und günstigen Bedingungen für die Geweihentwicklung auf.
Während des Fegens kommt es zugleich zur Glättung und Formung des Geweihs, was Teil des natürlichen Verhaltens des Wildes ist und auch der Revierkennzeichnung sowie dem Ausdruck von Dominanz dient. Das Wild entfernt dabei nicht nur den Bast, sondern beschädigt mitunter auch Gehölze im Zusammenhang mit Revierverhalten oder im Zuge von Auseinandersetzungen mit anderen männlichen Stücken. Durch wiederholtes Fegen an denselben Bäumen kann es sogar zu Verlusten von Kronenteilen kommen. Auf diese Weise besitzt das Fegen eine doppelte Bedeutung: Es dient der Pflege und Vorbereitung des Geweihs, beeinflusst jedoch gleichzeitig auch die Struktur und Dynamik des lokalen Ökosystems.
Der Ausdruck "Fegen" taucht häufig in Gesprächen zwischen Jägern auf. schwarzwildjagd, schwarzwildjagden