Perückenbock

Jagdbegriffe

Perückenbock (seltener Perückenhirsch) ist ein weidgerechter jagdlicher Fachbegriff für einen Rehbock – seltener auch für einen Hirsch – mit krankhaft entartetem, wucherndem Perückengeweih. Dieses Geweih zeichnet sich durch ungehemmtes, schwamm- oder pilzartiges Wachstum aus und verliert seine normale Struktur. Es wächst unregelmäßig, ohne klare Stangen- oder Sprossenbildung, oft rundlich, knollig und stark deformiert, wodurch es an eine Perücke erinnert.

Im Gegensatz zu normal ausgebildetem Geweih ist das Perückengeweih nicht symmetrisch und zeigt keine arttypische Form. Ursache sind meist hormonelle Störungen, insbesondere eine Fehlfunktion der Hoden, Verletzungen, Erkrankungen oder selten genetische Faktoren. In vielen Fällen bleibt das Geweih im Bast, verhärtet nicht vollständig und wird nicht mehr abgeworfen.

Der Perückenbock gilt jagdlich als abnormes Stück und wird in der Regel dem selektiven Abschuss zugeordnet, da die zugrunde liegenden gesundheitlichen Störungen das Wohl des Tieres beeinträchtigen können. Obwohl ein Perückenbock keine klassische Trophäenqualität besitzt, stellt er aus biologischer und jagdlicher Sicht eine bemerkenswerte Erscheinung dar und verdeutlicht die natürliche Variabilität sowie mögliche Fehlentwicklungen im Geweihwachstum.

Bei Rotwild tritt dieses Phänomen deutlich seltener auf, ist dort jedoch ebenfalls bekannt und wird entsprechend als Perückenhirsch bezeichnet.

"Perückenbock" hat einen festen Platz im Wortschatz eines jeden, der der Jagd nahesteht. jagd, jagd auf sikahirsch