Afterklauen

Jagdbegriffe

Afterklauen (auch Nebenklauen genannt) sind die kleinen, rudimentären Klauen, die sich an den verkümmerten zweiten und fünften Zehen des Schalenwildes befinden. Diese Zehen beteiligen sich nicht aktiv am normalen Gang des Wildes und tragen daher kein Körpergewicht. Afterklauen kommen bei allen Arten des Schalenwildes vor, zum Beispiel bei Rotwild, Rehwild, Damwild und Schwarzwild.

Aus anatomischer Sicht handelt es sich bei den Afterklauen um evolutionäre Rudimente, also Überbleibsel aus der Entwicklungsgeschichte dieser Tierarten. Die Vorfahren des heutigen Schalenwildes besaßen ursprünglich voll ausgebildete Zehen, von denen sich im Laufe der Evolution nur die mittleren Hauptzehen als tragende Klauen erhalten haben. Die äußeren Zehen sind stark zurückgebildet, jedoch weiterhin vorhanden.

Im normalen Bewegungsablauf berühren die Afterklauen den Boden nicht. Sie können jedoch bei tiefem Schnee, weichem Boden, Schlamm oder beim Springen sichtbar werden und gelegentlich auch Abdrücke im Untergrund hinterlassen. In der Fährtenkunde liefern Afterklauen wichtige Hinweise, etwa auf Wildart, Alter, Körpergewicht oder Fluchtbewegungen des Stückes.

"Afterklauen" ist ein fester Bestandteil der Kommunikation zwischen Menschen, die in engem Kontakt mit der Natur und dem Wild leben. gebührenjagd auf sikahirsch, jagd in afrika

Größe, Form und Stellung der Afterklauen können je nach Wildart, Geschlecht und Alter variieren. Besonders bei älterem oder schwerem Wild sowie bei Schwarzwild sind sie oft deutlich ausgeprägt und gut erkennbar.