Kümmerer
Jagdbegriffe
Ein Kümmerer ist ein männliches Stück des Geweihwildes, bei dem es infolge hormoneller Störungen, genetischer Dispositionen, Krankheiten, Verletzungen oder mangelhafter Ernährung zu einer stark eingeschränkten oder vollständig ausbleibenden Geweihentwicklung kommt. Dieses Stück weist entweder kein Geweih oder nur stark reduzierte, deformierte oder unvollständig entwickelte Geweihansätze auf und unterscheidet sich dadurch deutlich von normal entwickelten männlichen Tieren derselben Wildart.
Kümmerer treten vor allem bei Rotwild, Damwild und Rehwild auf. Die Ursachen liegen häufig in einer gestörten Hormonproduktion, insbesondere im Bereich des Testosteronhaushalts, was sich nicht nur auf die Geweihbildung, sondern oft auch auf den allgemeinen körperlichen Zustand auswirkt. Solche Stücke zeigen häufig eine verminderte Körperkondition, geringere Vitalität und können in ihrer Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt sein.
Dieser Begriff ist sowohl während gemeinsamer Ausflüge als auch in informellen Gesprächen häufig zu hören. schwarzwildjagden, gebührenjagd auf sikahirsch
In der jagdlichen Praxis gelten Kümmerer als unerwünschte Stücke im Bestand, da sie weder zur qualitativen Bestandsentwicklung noch zur Trophäenqualität beitragen. Aus wildbiologischer und jagdlicher Sicht werden sie daher häufig im Rahmen des selektiven Abschusses (Ausleseabschuss) entnommen, um die genetische Qualität, Gesundheit und Struktur des Wildbestandes zu erhalten.
Der Kümmerer besitzt in der Regel keinen trophäenmäßigen Wert, seine Erlegung dient primär der Bestandsregulierung und Hege. Die korrekte Ansprache und zeitgerechte Entnahme solcher Stücke ist ein wichtiger Bestandteil einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und waidgerechten Jagdausübung.