Suhle

Jagdbegriffe

Suhle bezeichnet eine schlammige oder nasse Stelle, an der sich Wildtiere – insbesondere Wildschweine – gerne wälzen und abkühlen. Solche Plätze befinden sich häufig in Waldgebieten, an Rändern von Gewässern oder in Senken, in denen sich Wasser länger hält. Suhlen erfüllen für das Wild eine wichtige hygienische und schützende Funktion.

Wildschweine nutzen Suhlen intensiv, da ihnen das Schlammwälzen hilft, äußere Parasiten wie Zecken, Läuse oder stechende Insekten loszuwerden. Nach dem Antrocknen fällt der Schlamm zusammen mit Parasiten und abgestorbenen Hautpartikeln ab, was zur Reinigung und Gesunderhaltung der Haut beiträgt. In geringerem Maße werden Suhlen auch von Rot- oder Damwild aufgesucht.

Eine weitere wichtige Funktion der Suhle ist die Thermoregulation. Wildschweine besitzen keine Schweißdrüsen, weshalb das Abkühlen über Schlamm eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, die Körpertemperatur an heißen Sommertagen zu regulieren. Die getrocknete Schlammschicht bietet zudem einen gewissen Schutz vor Sonneneinstrahlung und Insektenstichen.

Für Jäger sind Suhlen bedeutende Beobachtungsorte, da sich dort häufig frische Fährten, Trittsiegel und Haare an sogenannten Malbäumen finden, an denen sich die Wildschweine nach dem Suhlen scheuern. Diese Merkmale liefern wertvolle Hinweise auf Anwesenheit, Aktivität und Stärke des Schwarzwildbestandes und werden bei der Jagdplanung gezielt genutzt.

In der jagdlichen Praxis werden Suhlen teilweise auch künstlich angelegt, um Wild in bestimmten Revierteilen zu binden und seinen Gesundheitszustand zu fördern. Solche künstlichen Suhlen werden häufig mit Lecksteinen (Salzlecken) kombiniert, um die Versorgung des Wildes mit wichtigen Mineralstoffen sicherzustellen.

"Suhle" hat in der Jägersprache einen festen Platz. jagd afrika, jagd auf sikahirsch