Monatelang hatte ich mich auf die Hirschjagd zur Brunft in der Slowakei gefreut. Fünf Tage in den Bergen, gute Freunde und eine Jagdreise mit HEMING lagen vor uns. Ich ahnte nicht, dass ich schon am ersten Morgen meinem Lebenshirsch begegnen würde.

Es war einer dieser Februartage, an denen man glaubt, der Frühling werde niemals kommen. Grauer Himmel, Regen und Kälte. Genau da klingelte mein Telefon.

„Roman von Heming. Was machst du gerade?“, hörte ich am anderen Ende. „Welche Jagdreise planen wir dieses Jahr? Wollen wir gemeinsam zur Hirschbrunft fahren?“

Ich musste keine Sekunde überlegen.

Die Hirschjagd während der Brunft hat etwas, das sich einem Menschen nur schwer erklären lässt, der noch nie im Morgengrauen in den Bergen gestanden und dem tiefen Röhren an den umliegenden Hängen gelauscht hat. Wenn dann noch gute Freunde dabei sind, ist die Entscheidung gefallen.

Bis zur Abreise waren es noch Monate. Meine Vorfreude begann sofort.

Zur Hirschbrunft in die slowakischen Berge

Auf den Frühling folgte der Sommer, und unsere WhatsApp-Gruppe wurde allmählich lebhafter. Wir besprachen Einzelheiten, tauschten Beobachtungen und Scherze aus und erinnerten uns gegenseitig daran, dass unsere Reise näher rückte. Fünf Tage unter Menschen, die meine Leidenschaft für Jagd und Natur teilten.

Am Freitag, dem 18. September, fuhren wir nach dem Mittagessen endlich los. Die Vorstellung einer entspannten Fahrt scheiterte allerdings schnell am Freitagsverkehr. Die Autobahnen waren voll, und wir erreichten die Berge erst nach Einbruch der Dunkelheit.

Kaum war ich aus dem Auto gestiegen, war alle Müdigkeit verschwunden.

Aus der Dunkelheit röhrte ein Hirsch. Dann ein weiterer. Die Rufe zogen durch das nächtliche Tal und hallten von den gegenüberliegenden Hängen zurück. Eine Weile stand ich einfach nur da und lauschte. Genau deshalb waren wir gekommen.

Dann begrüßten uns Roman, Ivan und unsere Jagdführer. Wir stießen an, lernten uns kennen, erzählten die ersten Geschichten und planten die kommenden Tage. Die Gespräche dauerten bis tief in die Nacht. Jeder wusste, dass wir früh aufstehen würden, doch niemand wollte ins Bett.

Morgenpirsch mit Maťo

Um halb fünf klingelt der Wecker. Diesmal bin ich sofort auf den Beinen. Anziehen, das Nötigste und die Büchse mitnehmen, dann hinaus vor die Jagdhütte.

Mein Jagdführer heißt Maťo. Ein fröhlicher Mann, ungefähr in meinem Alter, mit dem ich vom ersten Augenblick an viel zu bereden habe. Die Fahrt durch die Berge dauert etwa fünfundvierzig Minuten, doch bei unserem Gespräch vergeht die Zeit schnell.

Maťo erzählt mir von den Hirschen, die er bestätigt hat. Er kennt ihre Bewegungen und weiß, was sich in den vergangenen Tagen im Revier getan hat. Dann erwähnt er einen außergewöhnlich starken Hirsch. Schon in der vergangenen Saison war er hier aufgetaucht, anschließend verschwunden, und lange hatte niemand mehr etwas von ihm gesehen. Erst zu Beginn der diesjährigen Brunft hat Maťo ihn wieder entdeckt.

„Vielleicht haben wir Glück“, sagt er lächelnd.

Wir steigen aus, und sofort hören wir einen Hirsch röhren. Er ist nicht weit entfernt. Der Laut trifft mich mitten in die Brust. In diesem Moment tritt alles andere zurück. Es gibt nur die Berge, das erste Morgenlicht und seine Stimme.

Langsam wird es hell. Wir pirschen dem Hirsch nach, der irgendwo in der Nähe einer Skipiste ruft. Vorsichtig setzen wir einen Schritt vor den anderen, als wir sie plötzlich sehen.

Eine Hirschkuh. Vielleicht zwanzig Meter vor uns.

Misstrauisch mustert sie uns. Wir bleiben reglos stehen und warten. Nach einer Weile wendet sie sich langsam ab und zieht den Hang hinauf. Erst dann gehen wir weiter.

Der Hirsch röhrt noch immer.

Eine Begegnung, die ich kaum glauben konnte

Maťo blickt über eine Geländekante.

„Hirsch.“

Ich schaue in die Richtung, die er mir zeigt. Zwischen den Zweigen erkenne ich eine Silhouette. Nur für einen Augenblick.

„Mein Gott, das ist er.“

Noch drei Schritte, und plötzlich sehe ich ihn. Den Hirsch, von dem Maťo eben noch erzählt hat. Mächtig und majestätisch steht er am Hang. Neben ihm eine Hirschkuh. Beide blicken in unsere Richtung.

„Traust du dir den Schuss zu?“, fragt Maťo und beugt sich zu mir.

Ich frage nach der Entfernung. Ungefähr zweihundertfünfzig Meter. Ich schaue auf den Hirsch und den steilen Hang.

„Nein. Auf diese Entfernung nicht.“

Wir versuchen, am Rand näher heranzukommen. Langsam bewegen wir uns vorwärts, gehen ein paar Schritte und verharren wieder. Eine einzige Erle bietet uns Deckung. Meter für Meter kommen wir näher.

Als ich erneut hervorschaue, steht der Hirsch wie eine Statue mitten am Hang. Die Hirschkuh ist noch immer neben ihm. Beide beobachten uns.

Ich nehme die Büchse in den Anschlag, und alles um mich herum scheint langsamer zu werden. Vor dem Äser des Hirsches steigt Dampf auf. Sein Atem löst sich in der kalten Morgenluft auf. Dieses Bild habe ich noch heute vor Augen.

Ich schaue zu Maťo.

„Darf ich?“

„Boha jeho, strieľaj.“ Um Himmels willen, schieß.

Ich versuche, meinen Atem zu beruhigen und mich zu konzentrieren. Dann bricht der Schuss. Sein Echo hallt vom gegenüberliegenden Berg zu uns zurück.

Der Hirsch fällt. Nach einer kurzen Bewegung bleibt er liegen.

Es wird still.

Maťo umarmt mich und gratuliert mir. Ich weiß eigentlich nicht, was ich sagen soll. Manche Gefühle lassen sich schwer in Worte fassen.

Vom gegenüberliegenden Hang meldet sich ein weiterer Hirsch. Ein einziges tiefes Röhren. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber in diesem Moment scheint es mir, als nähme er Abschied von dem König, der gerade gefallen ist.

Der König von Bánov und 225,13 CIC-Punkte

Wir warten etwa eine Viertelstunde. Dann steigen wir den steilen Hang zum Hirsch hinauf.

Als wir bei ihm ankommen, stehen wir einige Minuten schweigend da. Ich schaue ihn an und kann noch immer kaum glauben, was gerade geschehen ist.

Maťo sieht mich an.

„Das ist dein Goldmedaillenhirsch.“

Er schweigt einen Moment und fügt dann hinzu:

„Der König von Bánov.“

Ein ungerader Achtzehnender. Ein unglaublich starker Hirsch, den ich an diesem Morgen noch gar nicht gekannt hatte und den ich nie vergessen werde.

Lange sitzen wir bei ihm und lassen die ganze Jagd noch einmal Revue passieren. Wo die Hirschkuh stand. Wo wir den Hirsch zum ersten Mal gesehen haben. Wie wir näher gekommen sind und wie der Dampf vor seinem Äser aufstieg. Jeden dieser Augenblicke möchte ich bewahren.

Nach dem Transport zur Jagdhütte folgte die nächste Welle der Gefühle. Die Freunde versammelten sich um die Trophäe, gratulierten und trauten ihren Augen kaum. Immer wieder begann die Erzählung von vorn.

Als ich später das Ergebnis der Bewertung erfuhr, musste ich es mir wiederholen lassen.

225,13 CIC-Punkte.

Eine Zahl, die bestätigte, welch außergewöhnlichen Hirsch ich hatte erlegen dürfen. Doch wann immer ich sie höre, denke ich zuerst an jenen Morgen. An den steilen Hang, die kalte Luft und Maťo an meiner Seite.

Fünf Tage unter Freunden

Damit war unsere Reise noch lange nicht zu Ende. In den folgenden Tagen konnten auch alle meine Freunde einen Hirsch erlegen. Jeder nahm seine eigene Geschichte und sein eigenes Stück Waidmannsheil mit nach Hause.

Für mich sind es die gemeinsamen Stunden, die einer solchen Reise ihren bleibenden Wert geben. Das frühe Aufstehen, die Wege durch die Berge, das Warten, die abendlichen Geschichten in der Jagdhütte und das Röhren der Hirsche, das man in Gedanken noch lange nach der Heimkehr hört.

Mein großer Dank gilt Roman und dem gesamten HEMING-Team. Für die Organisation der Reise, den Service und die Aufmerksamkeit, die sie uns entgegengebracht haben. Vor allem aber für die Menschen, die uns in den Bergen begleitet haben. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Geduld gehörten zu jedem Jagdtag. Durch die Atmosphäre, die sie schufen, fühlten wir uns wie eine Gruppe von Freunden auf einer gemeinsamen Jagdreise.

Ein besonderer Dank gilt Maťo. Er führte mich an jenem Morgen den Berghang hinauf zu dem Hirsch, der mein Lebenshirsch wurde.

Wenn ich heute an diesen Septembermorgen zurückdenke, sehe ich immer dasselbe Bild. Das erste Morgenlicht, einen steilen Hang und einen Hirsch, der wie eine Statue dasteht. Dampf, der vor seinem Äser aufsteigt. Ich höre das Echo am gegenüberliegenden Berg und danach die Stille.

Die Stille, in der der König von Bánov vor uns lag.

Ein Hirsch, den mir die Berge schenkten. Und eine Erinnerung, die mich mein Leben lang begleiten wird.

Martin H.

Auch Sie können die Hirschbrunft in den slowakischen Bergen erleben. Entdecken Sie die Hirschjagd in der Slowakei mit HEMING und sprechen Sie mit unserem Team über Ihre Vorstellungen von einer Jagdreise.

Der König von Bánov: Hirschjagd zur Brunft in der Slowakei 

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