Eland – die Elenantilope ist die größte heute lebende Antilopenart der Welt. Trophäenbullen erreichen ein Gewicht von 750–1 000 kg, eine Körperlänge von 240–345 cm und eine Schulterhöhe von 150–183 cm. Die Kühe sind deutlich kleiner. Beide Geschlechter tragen gerade Hörner mit spiralförmig gedrehtem Relief, die bei Bullen eine Länge von bis zu 115 cm erreichen. Die Hörner der Bullen sind wesentlich stärker, während die der Kühe dünner sind. Die Fellfärbung ist hellbraun mit einem blau-grauen Schimmer, an beiden Flanken können 9–14 helle Querstreifen vorhanden sein. Ein markantes Merkmal, vor allem bei Bullen, ist der ausgeprägte Kehlgang. Sie kommen in Savannen, Grassteppen und halbwüstenartigen Regionen des südlichen Afrikas vor. Sie gehören zu den langsamsten Antilopenarten, können aber dennoch bei der Flucht vor Beutegreifern Hindernisse von bis zu 2,5 m Höhe überspringen. Trotz ihrer Größe fallen sie Löwen, Leoparden, Hyänen und Wildhunden zum Opfer. Im Durchschnitt werden Elenantilopen 15–20 Jahre alt. Die Herden sind nach Geschlechtern getrennt: Bullen- und Kuhherden. Kuhherden sind größer, nutzen auch deutlich größere Reviere (bis zu 422 km²) und werden stets von einer alten Leitkuh geführt. In der Trockenzeit schließen sich die größten Herden mit anderen Antilopenarten und Zebras zusammen.

Elande sind Pflanzenfresser und ernähren sich überwiegend von Gräsern, Zweigen, Blättern, verschiedenen Samen, Hülsen und Knollen. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehört die Lavendel-Sternbeere (Grewia occidentalis). Sie passen ihre Nahrungsgewohnheiten schnell saisonalen Veränderungen an. Die Trockenzeit überstehen sie auch mit karger Nahrung. Bei hohen Tagestemperaturen äsen sie nachts und verbringen den Tag im Schatten. Für Wasserquellen können sie weite Strecken zurücklegen und gehen sehr sparsam mit Wasser um. Als eine der wenigen Antilopen nutzen sie keine überfluteten Ebenen mit reichlich Nahrung, da sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts im Schlamm einsinken würden. Sie bleiben lieber im Busch, wo die Bedingungen für sie günstiger sind. Wegen ihrer Langsamkeit bevorzugen sie Deckung im dichten Busch. Elande paaren sich während der Regenzeit, wenn die Bullen den Kühen folgen und durch Probieren des Urins feststellen, ob die Kühe brunftig sind. Während der Brunft kommt es zu Kämpfen, bei denen sich die Bullen mit den Hörnern messen. Der dominante Bulle kann sich schließlich mit mehreren Kühen paaren. Die Tragzeit beträgt neun Monate, in der Regel wird ein Kalb geboren.

„Roland Ward’s Record of Big Game“ führt die stärkste erlegte Elandtrohäe mit 46-1/2 Zoll (116,25 cm) und einem Umfang von 12-1/4 Zoll (30,5 cm) an, wobei die Mindestgrenze für die Aufnahme in diese prestigeträchtige „Hall of Fame“ der Elandtrohäen bei 35 Zoll, also 87,5 cm liegt. Für die Jagd auf einen kapitalen Elandbullen muss der Jäger bzw. der Führer seine Gewohnheiten sehr gut kennen. Gute Fährtenleser sind unverzichtbar, doch auch der Jäger sollte in guter körperlicher Verfassung sein, um ihnen 10–15 km im tiefen Sand und bei nicht unerheblichen Höhenunterschieden folgen zu können. Hilfreich beim Fährtenlesen sind Frische und Form des Kotes sowie vor allem der Abdruck der Schalen, da alte, jagdwürdige Bullen vorn einen eher kantigen Abdruck hinterlassen, während jüngere Tiere ovale Fährten zeigen. Wenn alte Trophäenbullen gehen, erzeugen ihre Vorderläufe ein deutliches Klickgeräusch. Dieses entsteht dadurch, dass sich die Schalen unter dem Gewicht des Tieres spreizen und beim Abstoßen wieder schließen. Wenn man dieses Geräusch hört, befindet man sich meist in 25–30 m Entfernung vom Bullen. Je lauter das Geräusch, desto größer das Tier. Manchmal ist es bis auf 100 m hörbar. Die beste Zeit zur Jagd ist der frühe Morgen. Elande äsen bis spät in die Nacht und ziehen erst dann aus den wärmeren Tälern in höhere, sich erwärmende Gebiete. Etwa eine Stunde vor Mittag suchen sie ein schattiges Plätzchen, wo sie sich während der Hitze ausruhen. Findet man frühmorgens frische Fährten eines Bullen, stehen die Chancen gut, ihn zu stellen.

Und genau so war es auch bei meiner Elandjagd, allerdings lief es nicht so reibungslos, wie ich mir das ausgemalt hatte. Wir begannen früh morgens, in Winterjacke, mit Mütze und Handschuhen – so sehen eben die kalten Julimorgen in Afrika aus. Ja, Winter – Namibia liegt auf der südlichen Halbkugel, und unsere Sommermonate sind dort Winter. Bodenfrost ist keine Seltenheit. Die Kälte verstärkt der Fahrtwind auf dem Fahrzeug, denn auf dem vorderen Rahmen eines Land Cruisers zu sitzen, ist der effektivste Weg, frische Fährten zu finden. Hin und wieder hält das Fahrzeug auf das Zeichen des Fährtenlesers, damit wir die Qualität des Abdrucks im Sand beurteilen können. Nach mehreren Wiederholungen dieses Rituals trägt die Besatzung nun Hemden oder T-Shirts, die Mützen sind Hüten oder Kappen gewichen und Sonnenbrillen zieren die Gesichter. Aus wenigen Grad über Null werden schnell angenehme Temperaturen. Wir springen vom Wagen, betrachten erneut vielversprechende Fährten – ja, das sind unsere, frisch und kantig. In den frühen Vormittagsstunden finden wir die Abdrücke von vier adulten Elandbullen. Ein Blick, ein paar Worte mit dem Fahrer, damit er auf Funk bleibt, und wir – Peter, Joseph, Rohan und ich – machen uns zu Fuß auf, die größte Antilope der Welt zu jagen. Die Frische der Fährten ist hoch, also sprechen wir nur flüsternd und setzen unsere Schritte äußerst vorsichtig. In der Jagdeuphorie haben wir auf wichtige Dinge vergessen, aber selbst dem Schwein träumt erst dann vom Mais, wenn es hungrig ist – doch dazu später mehr. Meine technischen Begleiter waren eine einläufige Kipplaufbüchse von Krieghoff im Kaliber .30R Blaser (7,62 × 68 R), die ich über der Schulter trug und mit der rechten Hand sicherte, sowie ein Beobachtungsfernglas mit Entfernungsmesser am Brustgurt.

Schritt für Schritt bewegen wir uns durch den afrikanischen Busch, die Fährten schlängeln sich durch dornige Büsche. Manchmal scheint es, als spielten sie mit uns. Der frische, mächtige Losungshaufen bestätigt uns, dass wir richtig liegen. Seit dem Abspringen vom Auto sind bereits zwei Stunden vergangen, die Temperatur steigt über 20 Grad und die Sonne nähert sich ihrem Tageszenit. Ich schaue kurz auf die Armbanduhr – knapp 7 km – da bleibt der Fährtenleser stehen.

Wir ducken uns in einer Reihe rund 200 m vor einem dichten Gebüsch, in das die Fährten eindeutig führen. Unser Verdacht bestätigt sich: Die gesuchte Wildart hat im Schatten dichter Bäume und Büsche Schutz vor der Sonne gefunden. Zu unserem Vorteil liegt dort abgefallenes Laub, sodass wir aus sicherer Entfernung die ruhende Gruppe unserer Bullen ausmachen können. „Ja, da ist er – großer Kehlgang, fast schwarzer Hals, mächtige Hörner. Man sieht die Länge nicht, aber ich wette meine durchgelaufenen Schuhe, dass das ein kapitaler Bulle ist.“ Diese Worte von Rohan klangen für mich wie eine Goldmine für Onkel Dagobert – nur dass in meinen Augen kein Dollar glänzte, sondern ein Eland. Ich merke meinen steigenden Puls, versuche ihn mit ruhiger Atmung zu kontrollieren. Gleichzeitig spüre ich Durst – die Zeit, die Kilometer und der allgegenwärtige afrikanische Staub fordern Wasser. Aber jetzt ist nicht der Moment dafür. Nach einer kurzen Lagebesprechung wissen wir, dass wir näher heran müssen, um eine bessere Schussposition zu bekommen und sicherzugehen, dass nicht ein noch stärkerer Bulle dabei ist – durch dichte Büsche sieht man schlecht und schießt noch schlechter. Wir pirschen nur noch zu zweit weiter, mit Rohan vorne, in gebückter Haltung, vorsichtig, der leichte Wind ins Gesicht. Diese Annäherung und das ständige Kontrollieren mit dem Fernglas dauern rund zehn Minuten – gefühlt eine Stunde, psychisch ein Jahr. Wir kommen auf 70 m an den nächstliegenden Bullen heran und finden eine hockende Position mit freiem Schusskanal. Nach kurzer Identifikation setzt Rohan die Zielhilfe und gibt Zeichen: Der Nächste ist „unserer“. Doch „unserer“ hat denselben Tunnelblick wie wir – er bemerkt uns und erhebt sich gleichzeitig. „Keine Zeit – schieß!“ höre ich. Ich reiße die Kipplaufbüchse auf die Stütze, spanne simultan den Hahn, sehe jedoch nur Büsche und den verschwommenen Umriss des Elands. Hochmut kommt vor dem Fall – nur weil man hockend freie Sicht hatte, heißt das nicht, dass sie im Stehen bleibt. Das Tier machte einen entscheidenden Schritt vorwärts und gab die Vorderpartie frei. Schuss. Ich drücke ab. Die Trophäe sah ich kein einziges Mal klar – ich vertraute vollständig auf die Erfahrung meines Führers. Der Treffer saß ohne Zweifel, wie wir später auch auf dem Video sahen, das Peter geduckt hinter uns aufgenommen hatte. Ein Sprung, deutliches Zeichnen – wir eilten zum Anschuss. Kein Schweiß im weiten Radius der Fluchtrichtung, einzig der Schalenabdruck verriet, dass das Tier links deutlich einhinkt. Hier enden mein Wissen und meine Erfahrung. Ohne den ortskundigen Tracker, der anhand eines verrückten Steins, stärker getretener Erde oder abgebrochener Zweige erkennt, dass es der angeschossene Bulle ist, wäre ich verloren. In der Ferne sehen wir Elande, und die Tatsache, dass „unserer“ noch beim Rudel ist, verheißt nichts Gutes. „Er hat sich nicht abgehängt, sie ziehen ihn mit.“ Wir folgen weiter. Immer wieder finden wir Schweiß – wenig, aber stetig. Die Tageshitze steigt auf 28 Grad, der Mund ist trocken, die vergessene Wasserflasche rächt sich. Der Wert einer Flasche Wasser? 20 Euro. Ein gekühltes Bier? 50 Euro. Steigend mit jedem Kilometer. „Wie schmeckt eigentlich ihr Radler? So richtig zitronig?“ tönt es plötzlich hinter mir in klarer Slowakisch. Peters Humor lockert die Situation. „Sag das noch einmal und du bekommst den Schaft zu spüren,“ antworte ich im Scherz.

Die Fährte führt in ein Gebiet nahe einer Piste, wir funken den Fahrer. Fatamorgana oder Auto? In der Ferne steht Leroy – samt Kühlschrank. Auf der Uhr doppelt so viele Kilometer wie zuvor. Schnell Flüssigkeit aufnehmen – und weiter. Der Bulle hat sich inzwischen vom Rudel getrennt, was uns im Rennen gegen die Tageszeit ebenso freut wie das Wasser und Peters Radler-Witze. Der Eland ist immer noch vor uns, maximal 200 m, doch im dichten Busch ist er eher zu hören als zu sehen. Wir beschleunigen. Mehr Schweiß. Die Büsche werden dichter. Dann plötzlich – auf einer kleinen Lichtung – steht er. Ohne zu zögern setze ich einen Schuss aus der Bewegung auf die abgewandte Körperseite. Niemand weiß, ob es ein Treffer war oder nur ein Schuss ins Nichts. Die Sonne sinkt. Wir müssen ihn heute erwischen – ohne Worte denken wir alle dasselbe. Wir verfolgen ihn im Laufschritt. Doch der Eland – wie auch die Sonne – hat andere Pläne. Wir markieren den letzten Punkt mit einem Taschentuch, setzen uns erschöpft in den Staub – wie Spatzen auf einer Leitung – und warten auf das Auto. In diesen Momenten rekapituliert man alles: Was hätte man besser machen können? Knapp 22 km in den Beinen, physisch wie psychisch ein anspruchsvoller Tag. „Kopf hoch, früh morgen machen wir hier weiter – wir bekommen ihn.“ sagt Rohan. Einschlafen fällt schwer …

Bei Morgengrauen stehen wir wieder am markierten Punkt. Ohne Peter, der den Rest der Gruppe in den Etosha-Nationalpark begleitet. Rasch folgen wir der Fährte bis zu einer Stelle, an der der Eland die Nacht verbracht hat – etwa 800 m vom gestrigen letzten Punkt entfernt. Eine Pfütze ungeronnenen Schweißes verrät: Er kann nicht weit sein. Wir hören das klare Klacken seiner Schalen. Wir nicken uns zu – kurze Nachsuche – und dann haben wir ihn auf Schussdistanz. Ein sauberer Schuss auf den Träger – der Eland fällt.

Meine erste Emotion war nicht Freude über die Trophäe, die ich immer noch nicht richtig gesehen hatte, sondern die Erleichterung, dass das Tier nicht länger leiden musste. Spontan nehme ich Glückwünsche entgegen und verteile sie ebenso – Umarmungen, Händedrucke. Wir treten an das Tier heran, streicheln es und entschuldigen uns zugleich für das Leid. Dann danken wir – Diana, der Schutzpatronin der Jäger, und all jenen, die uns begleitet haben. Natürlich wollen wir wissen, wie die Treffer saßen. Der erste Schuss durch die linke Schulter, Lunge, im Körper verblieben. Der zweite – jener, bei dem ich zweifelte – ein Treffer ins Weiche, diagonal durch die vitale Zone, ebenfalls im Körper verblieben. Ein unfassbar zähes, vitales Tier, wie die gesamte afrikanische Wildbahn, die für Nahrung und Wasser weite Wege und viele Gefahren überwinden muss. Ich höre lebhafte Diskussionen zwischen Rohan und Joseph, die wetten, ob die Hörner über 36 Inch – also über 90 cm – messen. Das werden wir erst auf der Farm erfahren. „Wir müssen ihn wegen des unzugänglichen Geländes hier zerwirken und tragen. Ich hole das Team.“ sagt Rohan. Ich bleibe allein bei meinem Eland.

Nach etwa zwei Stunden kommt das Team. Mit unglaublicher Organisation, Professionalität und Fleiß zerlegen sie vorsichtig die Trophäe, tragen alles Fleisch zu den Fahrzeugen – die nicht näher als einen Kilometer herankommen. Wie ein Ameisenstaat. Innerhalb von zwei Stunden liegt der rund 800 kg schwere Eland verladen im Fahrzeug auf dem Weg zur Farm. Hut ab!

Am Abend genieße ich den Pool und warte sehnsüchtig darauf, dass der Rest der Gruppe aus Etosha zurückkehrt. Die Gratulationen bedeuten mir viel – besonders jene meines Sohnes, meiner Frau und meines Vaters. Habe ich erwähnt, dass diese Jagdreise ein Familienausflug war? Entschuldigt! Afrika ist ein idealer Ort für Familie und enge Freunde. Wir beenden den Tag gemeinsam am Feuer, im Gespräch über alle Erlebnisse. Gewürzt wird die Stimmung durch die Nachricht, dass die Trophäe 37,5 Inch (94 cm) misst und somit in den „Roland Ward’s Record of Big Game“ eingetragen werden kann. Am nächsten Tag erhalten wir zum Abendessen das Fleisch unseres Elands – zusammen mit Oryx, eine der köstlichsten Wildarten Afrikas.

Ja, ich hätte eine Geschichte über meine Jagden auf die Hartmann-Zebra, die Schwarzfaced-Impala, den Oryx oder das Kudu schreiben können – alle mit einem sauberen Blattschuss erlegt – aber ich habe mich für diese entschieden. Eine Geschichte, deren Verlauf einen festen Platz in meinen jagdlichen Erinnerungen hat, und dafür bin ich dankbar. Und hätte ich etwas besser machen können? Man kann immer etwas besser machen!

Waidmannsheil und Horrido!

Auf der Fährte des großen Elandbullen in Namibia 

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